Unter der Überschrift "Ja klar, wir schaffen das!" sollen verschiedene Überlegungen und Konzepte zur Lösung drängender Aufgaben ausgebreitet werden.
Hier zunächst einige Gedanken zum Klimawandel und vermeintlichen oder tatsächlichen Kostenrechnungen.
Was geht?
Wenn wir uns fragen, wo wir überall hinter unseren Möglichkeiten bleiben, dann schrillen vermutlich die Alarmglocken. Sind wir tatsächlich eine Jammergesellschaft?
Warten wir auf den großen Zampano, der alles für uns löst und regelt? Doch hoffentlich nicht, denn solche Versuche enden bekanntlich für viele Menschen tödlich.
Wenn wir wissen, dass Klimakosten mit der Zeitspanne des Nichtstuns überproportional steigen, dann erleben wir aktuell innerhalb der Bundesregierung genau dieses Verhalten, das der Finanzminister mit einer permanenten Drohkulisse aufführt. Er spricht vom Sparen für kommende Generationen. Was erst einmal wie Vernunft klingt, stellt sich beim Nachrechnen als das genaue Gegenteil heraus: Investitionen in die Zukunft, die unumgehbar sind, werden garantiert nicht billiger, sondern über die Zeit immer teurer – auch weil die Schäden und damit die Kosten immer weiter steigen. Also ist die Aussage von Lindner einfach nur falsch. Davon abgesehen lassen sich nötige Transformationen nicht mehr verschleppen – ohne enorme Folgeschäden. Dieses kindische Verhalten, das sich an kindische Menschen richtet, die ihre Augen schließen, um das Offenkundige nicht wahrnehmen zu müssen, kommt künftige Generationen teuer zu stehen. Dies ist das Ergebnis einer Politik, die längst überholt sich nur noch aus sich selbst wiederholend der Realität verweigert. Falsche Argumente werden auch durch permanente Wiederholung nicht richtig, auch wenn das Häufchen strenggläubiger Anhänger noch applaudiert. Hier sind leider auch einige Journalist*innen gemeint, die dem dahinter liegenden Neoliberalismus noch immer huldigen.
Lösungsgedanken: Gleich wie dieser nötige große Geldtopf genannt würde, müssten wir ab sofort dieser unausweichlichen Entwicklung begegnen. Wir schädigen künftige Generationen nachhaltig, zerstören die Lebensgrundlagen von Milliarden Menschen auf der Erde und führen auch hier vor Ort zu immer größeren Verwerfungen, die durch die Folgen des Klimawandels entstehen. Natürlich geht es um Beträge, die kaum vorstellbar sind, aber geht es den meisten Menschen nicht auch so, wenn wir über die Vermögen der Superreichen wie Elon Musk ( geschätzte 200 Milliarden ) nachdenken würden. Weshalb er ultrarechte politische Bestrebungen unterstützt? Weil die ihm zusichern, dass er sich nicht in fairer Weise an den Kosten der Schäden auf dem Planeten beteiligen muss. Dann leugnet er lieber mit diesen Rechtsextremen zusammen den von Menschen gemachten Klimawandel. Er ist aber leider nur ein Beispiel.
Traurig ist auch, dass es keine Opposition gibt, die diese Entwicklung realistischer und konkreter beschreibt. Im Gegenteil, die Unionsparteien befinden sich ebenfalls auf der Linie der Leugnung oder Verniedlichung der Situation. Populismus bezieht sich dabei halt auch auf dieses Thema.
Natürlich gäbe es genügend Fachleute, die einem Friedrich Merz oder seinen Mitstreitern die erwartbaren Entwicklungen genau erklären könnten. Das würde aber den populistischen Versprechungen zuwider laufen, als bleiben diese Leute bei ihren Erzählungen.
Bedenklich ist aber auch, dass die gesamte Bundesregierung offenbar durch den Finanzminister diesbezüglich lahmgelegt werden kann. Zukunftskoalition sollte sie einmal heißen?
Aber Leute, selbstverständlich könnten wir viel größere und konkrete Schritte zur Reduktion der Belastungen gehen, wenn nicht die Angst vor den Wähler*innen vorhanden wäre, die damit drohen, dann die Klimaleugner der Rechten zu wählen. Solche Menschen gäbe es zuhauf, denen die Zukunft kommender und schon aktueller Generationen letztlich völlig schnuppe wäre. Vielleicht sollten wir den Wecker einfach viel lauter stellen, damit auch die Letzten zumindest den Alarm hören, um dann entscheiden zu können, ob er oder sie die enorme Bedrohung lieber leugnet und negiert, oder vielleicht zu erkennen, dass persönliche Verhaltensweisen eben entscheidend zum Klimawandel beitragen. Außerdem würde damit ein gänzlich anderes Wahlverhalten erwartbar, da diese Menschen dann nicht die Leugner und Bremser unterstützen würden, sondern die Beschleuniger der notwendigen Schritte. Die SPD hat noch immer alle Menschen und ( mit Sicherheit ) die künftigen Generationen im Blick, womit sich gerade unsere Partei zur Avantgarde der Kämpfer für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen entwickeln müsste.
Wir schaffen das! Lasst uns nicht auf die Fake- Infos hereinfallen, die von einem Untergang der Wirtschaft hier und in Europa sprechen, sondern nüchtern, aber mit spürbarer Überzeugung möglichst viel Akteure auf den anstrengenden Weg mitnehmen. Auch viele großen Bosse haben Kinder, die sie im Falle eines Falles möglichst nicht auf fernen Planeten absetzen möchten, um dem Drama auf dieser Erde – unserer einzigen – zu entgehen.
Über die individuellen Verhaltensänderungen und Lösungen sprechen wir hoffentlich offen und der Realität verpflichtet. Die Lösungen, die Politik und Wirtschaft endlich umsetzen müssten, fordern wir von demokratischen und ernsthaft an Lösungen orientierten Parteien ein. Die hierzu nötigen Informationen liegen längst vor, nun geht es an das Umsetzen.
Bringt euch ein, widersprecht, aber geht nicht aus Ignoranz oder Faulheit an diesem Thema einfach vorbei! Wir werden es nicht los, aber wir haben die Mittel, um entscheidende Schritte zu gehen. Auch hierbei gilt, dass starke Schultern dabei möglichst etwas mehr tragen können.
TrumPeter – 10.2024