SPD Hohenloher Ebene

Der ökologische Preis der Digitalisierung

Veröffentlicht am 29.07.2024 in Ortsverein

Bei Diskussionen zum Thema Digitalisierung wird häufig vergessen, dass auch diese einen enormen ökologischen Preis einfordert. Wenn uns Mails oder Briefe erreichen, die für digitale Übermittlung von Angeboten, Kontoauszügen, Firmenwerbung etc. werben, dann wird dieser Aspekt unter den Tisch fallen gelassen.

Im Rahmen unserer Veranstaltung am 12. Juli in Gerabronn mit unserem Referenten, Roland Ley, zum Thema „KI- Fluch oder Segen?“ kam dieses Thema allerdings auf. Deshalb sollen hier einzelne Aspekte zum „Digitalen Fußabdruck“ aufgegriffen werden. Entnommen habe ich die Daten aus der letzten ver.di-Publik (4.2024) – die Links zu den sonstigen Beiträgen sind unten zu entnehmen.

Google-Suchanfragen: Alle Google-Suchanfragen in einem Monat gemeinsam erzeugen so viel CO2 wie eine 1.008.263 Kilometer lange Autofahrt, das wären 25 Weltumrundungen.
Täglich erzeugen alle weltweiten Google-Suchanfragen etwa 700 Tonnen CO2 - allein zwei Suchanfragen laut dem Harvard-Physiker Alex Wissner-Gross genauso viel CO2 wie ein Wasserkocher für eine Tasse Tee.

E-Mail: Laut Ralph Hintermann vom Border-step-Institut schreiben die Menschen in Deutschland täglich 1 Milliarde E-Mails. Jede E-Mail verursacht 1 Gramm CO2- mit Anhang sind es rund 50 Gramm.
Insgesamt fallen täglich 1 000 Tonnen CO2 an, was durch 1000 Buchen, die über 80 Jahre lang CO2 binden, ausgeglichen werden könnte.

Google: Nach einer Steigerung um 20% im Jahr 2022 hat Google laut dem Umwelt-bericht 2023 im vergangenen Jahr etwa 21 Millionen Kubikmeter Wasser verbraucht. Das ist so viel, als würden fast alle Haushalte in der Eurozone gleichzeitig ihre Badewannen füllen. Knapp 20 Milliarden Liter davon wurden allein für die Kühlung der Rechenzentren genutzt. Microsofts Wasserverbrauch stieg 2023 um 34 % auf 6,4 Milliarden Liter. Dies entspricht dem jährlichen Wasserverbrauch von etwa 21,3 Millionen Haushalten in Deutschland, basierend auf einem Verbrauch von 300 Litern pro Haushalt und Tag.

ChatGPT:  Das Training von ChatGPT-3 hat schätzungsweise 700.000 Liter Wasser verbraucht, was dem täglichen Trinkwasserverbrauch von über 5000 Menschen entspricht. Für die Kühlung wird meist Trinkwasser verwendet, um Korrosion und Bakterienbildung in den Anlagen vorzubeugen. Jede Unterhaltung mit ChatGPT, die durchschnittlich 20 bis 50 Fragen umfasst, benötigt etwa 0,5 Liter Trinkwasser. Bei ChatGPT-4 ist der Verbrauch noch höher.