Vorneweg sei zum Ausdruck gebracht, dass sich die folgenden Zeilen nicht auf die schulischen oder beruflichen Qualifikationen des Kandidaten beziehen – ist doch interessant und wichtig, unterschiedliche Lebenskonzepte und berufliche Werdegänge in Parlamenten vertreten zu sehen. Dies betonen wir, um keine ablenkenden Scheindebatten zu diesem Thema aufkommen zu lassen. Es geht auch nicht um seine Hass- und Hetze- Postings und die entsprechenden Verhaltensweisen.
Dann jedoch entpuppt sich der Kandidat im Wahlkreis bei seiner Vorstellung in den Zeitungen des Landkreises genau als das, was wir von der AfD leider gewohnt sind. Der junge Kandidat übertrifft durch seine Aussagen jedoch viel Gehörtes und Gelesenes.
Seine Themen für die Bundestagswahl: Migration, Verbrenner- Motoren und fossile Energieträger bzw. Atomstrom. Das war´s dann auch, ohne irgendwelche inhaltlich- fachlichen Ausführungen hierzu.
Er scheint sogar stolz darauf zu sein, dass er ohne jegliche fachliche Kenntnisse antritt. Es reicht sein rechtsextremes Weltbild, der damit verbundene Nationalismus, der Rassismus, die Fremdenfeindlichkeit, Antifeminismus und im Grunde alle Aspekte der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit 1). Er zeigte sich als glühender Verehrer des Faschisten „Bernd“ Höcke, ist Teil der rechtsextremen Jungen Alternative, die demnächst aufgelöst wird, da sie selbst der Bundespartei doch zu heiß wurde. Er findet sicherlich bald eine neue rechtsextreme Jugendorganisation, der er mit seinen entsetzlichen Positionen und Aussagen beitreten kann.
Alles das ist allerdings nur der Hintergrund, vor dem er hier in unserem Wahlkreis für den Bundestag (!) antritt. Er bietet nichts außer Extremismus und eine beabsichtigte Deformation der in Artikel 1 Grundgesetz beschriebenen Menschenwürde. Andere Grundrechte würden bei erster Gelegenheit ebenfalls demoliert oder abgeschafft. Die gezielte Entwürdigung großer Teile der Bevölkerung im Sinne der Ausführungen des Brandstifters Höcke 2), der schon 2018 schrieb, dass Unappetitliches in Deutschland passieren könne: „Ich bin sicher, dass – egal wie schlimm sich die Verhältnisse auch entwickeln mögen – am Ende noch genügend Angehörige unseres Volkes vorhanden sein werden, mit denen wir ein neues Kapitel unserer Geschichte aufschlagen können. Auch wenn wir leider ein paar Volksteile verlieren werden, die zu schwach oder nicht willens sind, sich der fortschreitenden Afrikanisierung, Orientalisierung und Islamisierung zu widersetzen.“
Darf ein junger rechtsextremer Kandidat mit diesem jämmerlichen, aber schrecklichen Rüstzeug die Zustimmung potentieller Wähler*innen erwarten? Reicht es diesen Hohenlohern wirklich aus, ihre Stimme einem Mann zu geben, der offenkundig nichts von Substanz bietet jenseits von offen zur Schau gestellten Menschenverachtung?
Im Grunde sind seine Ausführungen eine Beleidigung der potentiellen Wähler*innen.
TrumPeter am 14.02.2025
1) Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Homophobie, Abwertung von behinderten Menschen, Abwertung von Wohnungslosen, Islamfeindlichkeit, Sexismus, Etabliertenvorrechte, Abwertung von Erwerbslosen, Abwertung von Asylsuchenden, Antiziganismus
2) Zitat:“ neben dem Schutz unserer nationalen und europäischen Außengrenzen wird ein groß angelegtes Remigrationsprojekt notwendig sein. Und bei dem wird man, so fürchte ich, nicht um eine Politik der „wohltemperierten Grausamkeit“, wie es Peter Sloterdijk sagte, herumkommen. Das heißt, dass sich menschliche Härten und unschöne Szenen nicht immer vermeiden lassen werden.“
Und: „Ich bin sicher, dass – egal wie schlimm sich die Verhältnisse auch entwickeln mögen – am Ende noch genügend Angehörige unseres Volkes vorhanden sein werden, mit denen wir ein neues Kapitel unserer Geschichte aufschlagen können. Auch wenn wir leider ein paar Volksteile verlieren werden, die zu schwach oder nicht willens sind, sich der fortschreitenden Afrikanisierung, Orientalisierung und Islamisierung zu widersetzen.“