SPD Hohenloher Ebene

Kommentare, Glossen und Besserwisserei

Veröffentlicht am 16.12.2024 in Aktuelles

Lindner scheint die FDP zu sein, außerdem will er etwas mehr Milei oder Musk

Nach dem furiosen Austritt – einer letztlich verlogenen Show – lässt der Parteivorsitzende der FDP und ehemalige Finanzminister tief blicken. Er wünscht sich etwas Disruption, also Verstörung oder die wörtliche Übersetzung aus dem Englischen: Zerstörung. Beispiele seien Javier Milei und Elon Musk. Dies richtet sich eindeutig gegen das Gesellschaftssystem und den andauernden und stets herausfordernden Versuch eines sozialen Ausgleichs in unserem Staat und der Gesellschaft.

Offenkundig sehnt sich Lindner zurück in seine Zeit als Mitglied der Hayek- Gesellschaft.

Dort war er schon einmal, allerdings trat er im Juli 2015 mit rund 60 Vereinsmitgliedern aus. Grund war vor allem die fehlende Abgrenzung gegenüber der AFD-Ideologie.

In der Hayek-Gesellschaft selbst gibt es laut der Online-Ausgabe des Spiegel keine Mehrheit für eine klare Abgrenzung gegenüber der AfD. Der Vorstandsvorsitzende Stefan Kooths (Direktor der Abteilung für Konjunktur und Wachstum des Instituts für Weltwirtschaft) sehe die Gefahr für liberale Ideen weniger in einer großen Nähe zu Rechten, sondern eher in Angriffen von Linken. ( Zitat LobbyControl ).

Circa ein Jahr wird Argentinien von einem Ordo-Libertären regiert, der bekanntlich seinen Wahlkampf mit einer Kettensäge als Symbol der Zerlegung des Staatswesens im Sinne seiner Ideologie vom Rück- und Abbau des Gemeinwesens führte. Als Zwischenergebnis wird berichtet, dass gut die Hälfte der Argentinischen Bevölkerung einer zunehmenden Armut ausgesetzt ist.

Am 22. Juni 2024 erhielt dieser amtierende Präsident Argentiniens, Javier Milei, die Medaille der Hayek-Gesellschaft in Hamburg. In seiner Laudatio beschrieb deren Präsident, der Ökonom Stefan Kooths, Milei als einen Bahnbrecher, welcher seinem Land die Chance gebe, aus durch Blockaden des Interventionismus verursachten Sackgassen herauszufinden. Er sei kein Populist, sondern vielmehr ein „Popularisierer freiheitlich-marktwirtschaftlicher Ideen“ und wende sich ab von populistischen Versprechungen auf billige Lösungen und von paternalistischen Attitüden eines Wohlfahrtsstaats, welcher letztlich nur das Elend verwalte: Damit gebe er seinen Landsleuten Selbstvertrauen und berechtigte Hoffnung.[18] Der Verleihung, bei der auch bekannte Personen der rechten Szene in Deutschland wie etwa Hans-Georg Maaßen und Beatrix von Storch anwesend waren, wohnten etwa 200 Gäste bei. Die Veranstaltung wurde von Protesten einiger hundert Menschen begleitet, zu denen verschiedene linke und einige argentinische Organisationen wie auch die deutsche Partei Die Linke aufgerufen hatten. ( Quelle: Wikipedia )

Der zitierte Satz verrät leicht, worauf es diese Gesellschaft abgesehen hat: vor allem den Abbau des Sozialstaates. Hierzu lohnte es sich, die Ursachen für Bedürftigkeit und ( in Teilen ) erlernte Unselbständigkeit genauer und vor allem sozialpsychologisch zu betrachten. Dies würde aber den Rahmen dieser Ausführungen sprengen ( erfolgt in einem späteren Beitrag jedoch noch konkret ). Jedenfalls unterstellt die o.g. Ideologie, dass durch staatliche Hilfen Bedürftigkeit erst herbeigeführt würde. Das entspricht allerdings nur den Überzeugungen sehr wohlhabender und gesellschaftsferner Kreise. Etliche davon dürften Erben von Vermögen sein, alternativ vom Staat gut ausgestattete Vereinfacher einer rückwärtsgewandten Wirtschaftslehre, die eher an eine Religion erinnert.

Die Nähe zum Rechtsextremismus im Sinne der AFD wird hier deutlich, die in ihren Aussagen ihre wirtschaftslibertären Intentionen aber - öffentlich - nicht erkennbar macht, sie eher versteckt, sich sogar als Kümmerer darstellt.

Nun unterstelle ich Herrn Lindner bisher absolut keine Nähe zur genannten rechts- extremen Partei, jedoch sollte er sich hüten, selbst diesen Verdacht immer neu zu nähren.

Wenn er Elon Musk als Muster benennt, dann sollte er genau zuhören und darauf achten, was dieser Egomane bezogen auf Gesellschaften, speziell auch bezogen auf die EU und Deutschland zum Ausdruck bringt. Der reichste Mann der Welt überzieht nun auch als Gehilfe des künftigen US-Präsidenten die USA und viele andere Staaten mit seiner Vision vom Staatsabbau, die schon in wenigen Wochen lediglich ihn noch reicher machte. Hier agiert ein Mann nicht im Sinne einer demokratischen Gesellschaft, sondern als Wegbereiter für noch mehr Reichtum einer vergleichsweise kleinen Clique.

Letztlich wird eine fast schon pervers zu nennende Vorstellung oder gar Theorie, die nichts anderes besagt als: wenn die Reichen immer noch reicher werden, dann fällt irgendwann auch wieder etwas für die Armen ab. Leider publizieren solche Gedanken auch durchaus als seriös zu bezeichnende Medien in zum Teil extra- naiver Manier.

Achten wir bei unserer Regionalpresse darauf, wie häufig solche Überzeugungen direkt oder mittelbar zum Ausdruck kommen.

TrumPeter Mitte Dezember 2024

 

 

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