SPD Hohenloher Ebene

Was heißt für dich: alles schlecht und sowieso ……?

Veröffentlicht am 19.12.2024 in Standpunkte

Aktuell wird aus vielen „medialen Rohren“ das Gefühl befeuert, dass in Deutschland fast alles         ( außer mir selbst natürlich ) den Bach `runter geht. Die Überschriften der meisten Zeitschriften bestätigen humorlos jedes schlechte Ereignis und den bevorstehenden Untergang. Die Differenzierungen, die häufig von ( echten ) Fachleuten eingestreut werden, finden kaum eine Headline. Genau solche genaueren Betrachtungen sollten wir aber mehr nutzen. Das betrifft uns alle. Was bewegt Menschen dazu, Ungerechtigkeit und gesellschaftliche Spaltung zu befördern? Wer profitiert von einem generellen Untergangsszenario? Wer befeuert es?

Alle Aspekte zu betrachten, die mit diesen Fragen zusammenhängen, werden hier garantiert nicht erörtert, handelt es sich doch um ein sehr umfangreiches Themenfeld. Dies sollte als Aufforderung aufgegriffen werden, einen eigenen Beitrag zum Thema zu liefern oder sich erneut Gedanken über verschiedene Aspekte zu machen. Patentlösungen finden sich nur schwer, Probleme sind real, aber deshalb ist noch längst nicht alles beklagenswert schlecht.

Natürlich gibt es Menschen, denen es schlecht geht, Menschen die finanziell kaum über die Runden kommen, Menschen, die krank sind und nicht wissen wie es weitergehen wird. Solche Leute sollen und dürfen nicht ignoriert werden. Die sich ausbreitende Armut ( eine relative, aber bedrückende und wirkungsmächtige Armut ) ist absolut ein Grund, sich Sorgen zu machen.

Hier nun mein „Aber“: ganz ehrlich, könnten wir als Gesellschaft diese Probleme nicht wirklich deutlich verringern? Nur, wenn wir wollten! Weihnachtliche Gefühle drücken sich nicht im dauerhaften Schnäppchensuchen aus, auch wenn man selbst immer wieder auf irgendein Angebot schaut, das überhaupt nicht gebraucht wird, aber doch genau heute so günstig ist ( zu sein scheint ). Nein, das kann keine alleinige Aufgabe der Betroffenen von Armut oder Anschlussverlust an berufliche Erwerbstätigkeit sein. Diese Menschen wären nicht in der Lage, in der sie sich befinden, wenn dies so einfach funktionierte. Nein, das sucht sich so gut wie niemand aus! Die Hetze der konservativen und libertären Protagonisten eines ungezügelten Marktes und der Verdrängung möglichst vieler sozialstaatlicher Errungenschaften haben keine Lösungen, sie bieten lediglich Ausgrenzung und Ignoranz.

An dieser Stelle will ich nicht ausholen, um derartige Einstellungen und Verhaltensweisen zu kommentieren. Hier soll die Aufforderung zum Nachdenken stehen, um daraus Schlüsse zu ziehen, die tatsächlich die Bedingungen und Verhältnisse verändern könnten, wenn wir denn wollten. Das ist übrigens kein deutsches Thema, sondern ein internationales.

Über die Verteilung der Vermögen und Einkünfte nach Gesellschaftschichten wird viel geschrieben, aber selten wirklich beachtet. Zu diesem Thema findet sich leicht ernstzunehmende Literatur- nicht nur eines Thomas Pickety, die aber sehr empfehlenswert wäre. Mir geht es um sehr Konkretes, das sich aber an die Auseinandersetzung mit diesen Themen anschließt. Tatsache ist doch, dass es auch in unserer Gegend vielen materiell doch recht gut, einigen sogar sehr gut, vergleichsweise wenigen unverschämt gut geht. In Summe dürfte dies die Hälfte der Bevölkerung sein- vorsichtig geschätzt. Wenn sich dieser finanziell potente Teil der Gesellschaft entscheiden könnte, den anderen Teil ernsthaft zur Kenntnis und ernst zu nehmen, dann würde aus diesen Reihen einerseits weniger geklagt, sondern eher darüber nachgedacht, was zu mehr Gerechtigkeit beitragen könnte. Vor allem die schon vom Elternhaus aus privilegierten und relativ vermögenden, aber auch die wirklich gut verdienenden Menschen könnten ( das ist Theorie, klar ) darüber nachdenken, ob ihre Abgaben vom Einkommen, aber vor allem vom Vermögen ( gibt es jenseits der Kapitalertragssteuer kaum!) wirklich so extrem hoch ausfallen, ihren Lebensstil beeinträchtigen oder gar gefährden. Möglicherweise – was in direkten Gesprächen auch gelegentlich zum Ausdruck kommt – könnten all diese Leute durchaus den einen oder anderen Beitrag erhöhen, ohne irgendeine Einschränkung zu verspüren. Wenn wir also die sogenannten Lasten des Sozialstaates und die Steuerpolitik betrachten, wären gewisse Erhöhungen auch in progressiver Form zu verkraften. Die Zumutungen sollten eben nicht an Einfluss oder Geschrei ausgerichtet sein, sondern am faktisch Möglichen, das dann eben die Beteiligung der gut und sehr gut Situierten deutlich erhöhen muss, ohne Menschen tatsächlich unerträglich einzuschränken. Die seither schon erfolgreichen Leute sollten sich einfach so mit den weniger Begüterten solidarisieren, nicht als Spende oder mildtätiges Geschenk, sondern indem sie für Parteien und Bewegungen ihre Stimme einbringen, die einen Ausgleich herstellen wollen. Damit das Geld auch richtig eingesetzt wird – vom Staat – brauchen wir weitere gesellschaftliche Organisationen, die ein fachliches und faires Auge auf die Gesetzgebung und die Verteilung richten. Diese Organisationen gibt es, allerdings dürfen diese nicht von Schwurblern und Hetzern betrieben und befeuert werden. Diese wollen den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die politische Ordnung mitsamt dem Rechtsstaat zerstören ( nicht selten unterstützt aus Russland ).

Was aber auch wichtig ist: Transparency international hat vor wenigen Tagen das Spendenaufkommen der letzten Wochen seit dem Ende der sogenannten Ampel untersucht. Wenig überraschend viel auf, dass die CDU sehr große Spenden von sehr reichen Leuten erhalten hat. Ein Schelm, wer hier Eigennutz vermutet. Auch die Minipartei FDP erhielt ein Übermaß an Spenden von sehr Reichen. Natürlich gibt es solche Egoisten zuhauf, die leicht in der Lage sind, die Lebensrealität eines großen Teils der Gesellschaft schlicht zu ignorieren, zusätzlich weitere Einschränkungen der Förderung dieses Personenkreises einfordern. Dahinter liegt natürlich ein Menschenbild, das vielleicht den eigenen relativen oder absoluten Erfolg zu erklären versucht, aber halt nicht die Lebenswirklichkeit eines erheblichen Teils der Menschen. Ein Beispiel ist der Debattenkrieg um das Bürgergeld, das offenbar frei von fachlicher Expertise geführt wird – siehe Beitrag auf dieser Seite.

Schon jetzt kann ich diesen Reichen versichern: falls ihr Kinder habt, geht lieber nicht davon aus, dass eure Nachkommen ein gutes Leben auf dem Mars führen können. Das erzählt vielleicht ein Extremist wie der überreiche Elon Musk. Fallt nicht darauf ´rein!

Der Zusammenhang von materieller Herkunft und späterem Berufserfolg und Einkommen ist zu eindeutig, das könnt ihr im Ernst nicht leugnen – oder doch, habt ihr doch gelernt, Menschen        ( Wählerinnen und Wählern ) einzureden, dass diejenigen, die halt auf der Schattenseite leben     ( müssen ) umfassen selbst dafür verantwortlich sind. Von sehr unterschiedlichen Startchancen soll möglichst nicht gesprochen werden – stimmt´s?

Mir ist klar, dass es auch hierbei Ausnahmen gibt, weshalb tatsächlich nicht alle in gleicher Weise gemeint sein können. Ja, auch hierbei sollten Pauschalierungen möglichst vermieden werden. Eines ist aber klar: eine sich zunehmend ausdifferenzierende Gesellschaft mit vielen Ungerechtigkeiten trägt zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen aller bei. Die Beispiele solcher extrem gespaltenen Gesellschaften erreichen uns via Medien sehr oft. Das darf doch aber kein Beispiel werden.

TrumPeter kurz vor dem Jahreswechsel

 

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